Mein Kind ist gestorben – was nun?

girl-447701_12808x4

Mein Kind ist gestorben – was nun?

Erste Maßnahmen im Trauerfall

Wenn der Tag gekommen ist, von dem man immer wusste, dass er kommen wird, ist man im Akutfall dann meist doch überfordert oder fühlt sich hilflos, ganz egal wie viel man versucht hat sich darauf vorzubereiten. Anhand dieses kleinen Leitfadens wollen wir euch die nötigen Informationen geben, wie der Ablauf nach einem Todesfall normalerweise ist, welche Dinge zu erledigen sind und an was man alles denken sollte.

Für den Fall, dass du gerade in der Situation bist und deinem geliebten Kind Lebewohl sagen musst, kannst du uns jederzeit kontaktieren – wir helfen dir sehr gerne bei jedem Schritt der nun kommt. Die Kontaktdaten findest du in der rechten Seitenleiste oder im Menüraster Impressum – Kontakt.

Wir sind für dich da! Wir wünschen dir/euch viel Kraft für die kommende Zeit!

Es kommt Zuhause zu einem Notfall

  1. Wenn du unsicher bist was zu tun ist, rufe zuerst die Rettung und den Notarzt. Für den Fall, dass dein Kind noch reanimiert werden soll, überlege dir gut wie weit die Sanitäter und der Notarzt gehen sollen. Soll eine Herzdruckmassage gemacht werden? Soll dein Kind mit dem Ambo Beutel beatmet werden? Sollen kreislaufsteigernde Medikamente wie zb Adrenalin gegeben werden? Wenn ein venöser Zugang nicht möglich ist – soll eine Knochennadel gelegt werden? Soll dein Kind intubiert werden?

  2. Alle diese Maßnahmen werden dir auch von dem Notarzt angeboten werden – doch du solltest dir über die Konsequenzen bewusst sein. Nach einem Herz-Kreislaufzusammenbruch ist es leider sehr unwahrscheinlich, dass dein Kind nach erfolgreicher „Zurückholung“ wieder so ist wie zuvor.

  3. Am besten und schonendsten für dich als Elternteil wäre es, schon zuvor wenn das Kind noch in einem stabilen Zustand ist, ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu führen, sich gut zu informieren und einen „Plan“ (Verfügung/Therapiezielfindung) zu formulieren und schriftlich festzuhalten, damit  die behandelnden Ärzte wissen, was ihr Eltern euch für euer Kind wünscht.

Der Tod trat ein. Was nun?

1.Der Tod tritt zu Hause ein

  • Wenn du unsicher bist was zu tun ist, rufe zuerst die Rettung und den Notarzt.
  • Verständige den behandelnden Arzt (oder den Notarzt) zur Todesfeststellung. Anschließend den zuständigen Sprengelarzt. (Dieser wird meist direkt vom Notarzt kontaktiert) Der Sprengelarzt wird innerhalb von 3 bis 6 Stunden nach Todeszeitpunkt die Totenbeschau durchführen. Erst danach darf das verstorbene Kind versargt und aufgebahrt werden.

2.Der Tod tritt im Krankenhaus ein

  • Der Sprengelarzt wird vom Krankenhaus verständigt.

3.Der Tot tritt nach einem Unfall ein bzw. der Verstorbene wird aufgefunden

  • Der anwesende Arzt bzw. die Polizei verständigt den zuständigen Sprengelarzt

 

Wer ist nun zu kontaktieren?

  • engste Angehörige – falls ihr das wünscht, könnt ihr euren engsten Angehörigen die Möglichkeit geben sich von dem Kind in aller Ruhe bei euch zuhause zu verabschieden. Später ergibt sich diese Möglichkeit oft nicht mehr so leicht und das Kind noch einmal zu sehen kann in der Trauerverarbeitung sehr wichtig und hilfreich sein.
  • Bestattungsunternehmen – Ihr könnt mit dem Bestatter einen Termin vereinbaren wann euer Kind abgeholt und in die Leichenhalle gebracht werden soll. Bei Haylie beispielsweise bestanden die Eltern darauf noch genügend Zeit zum persönlichen Verabschieden zu haben und vereinbarten daher die Abholung erst am darauffolgenden Tag.
  • Geistlichen (Pfarrer/Diakon) – Wenn ihr einen persönlichen Kontakt zu einem geistlichen habt, ist es bestimmt gut für euch diesen direkt zu kontaktieren. Wenn ihr das nicht habt, wird der Bestatter – wenn er mit euch einige Tage nach dem Tod die Bestattung bespricht für euch den Kontakt zur Kirche herstellen
  • Friedhofsverwaltung (ist meistens das Gemeindeamt) – Auch die Kommunikation mit der Friedhofsverwaltung regelt normalerweise der Bestatter für euch – meist bekommt ihr vom Bestatter den Kontakt um zb die Grabstelle aussuchen zu können.
  • Gemeindeamt – Auch hier wird in der Regel die behördliche Abwicklung vom Bestatter übernommen.

 

Abklärung mit dem Bestattungsunternehmen

  • Den Bestattungsauftrag absprechen und klären, welche Aufgaben du selbst übernehmen möchtest.
  • Abholung des Kindes ins Bestattungsunternehmen/Kühlzelle
  • Bestattungsart (Erde, Feuer, Natur, Wasser, …) wird vereinbart – Je nach Bestattungsinstitut können die möglichen Bestattungsarten abweichen
  • Auswahl des erforderlichen Sarges oder Urne – bei Kindern wird in der Regel ein weißer Kindersarg verwendet
  • Bekleidung für das verstorbene Kind (Unterwäsche, Socken, Hose, T-Shirt, Jacke, Kleid, Patscherl, keine Schuhe)
  • Terminliche Koordination des traditionellen Rosenkranz-betens am Vorabend der Trauerfeier (bei Kindern wird gerne auf das traditionelle Rosenkranz-beten verzichtet und stattdessen eine kleine Feier mit Gedichten, schönen Texten, Kindgerechten Gebeten und Musik organisiert – dafür gibt es oft freiwillige in der Kirche die die Organisation übernehmen) und der Trauerfeier
  • Räumliche Koordination welche Trauerhalle/welche Pfarrkirche, wenn benötigt wird
  • Erstellung der Trauerparten
  • Erstellung vom Andenkenbild
  • Foto für Trauerparte
  • Foto für Andenkenbild
  • 2 Fotos für die Trauerfeier (eines wird als 50×70 Leinwand gedruckt und in der Kirche platziert, und eines im Din A4 Format für die Aufbahrungshalle – beides wird vom Bestatter erstellt und bereitgestellt) zusätzlich kann man auch noch mehr Bilder in Aufbahrungshalle und Kirche platzieren, eventuell auch eine Kerze (zb Taufkerze), persönliche Dinge des Kindes (Stofftiere etc)
  • Persönliche Dinge können im Sarg mitgegeben werden (Bilder der Familie, Stofftier, …)

 

Pfarrer/Diakon kontaktieren

  • Termin für das gemeinsame Gebet (trad. Rosenkranz) und Trauerfeier festlegen
  • Bei der Erdbestattung wird eine Trauerfeier veranstaltet (öffentlich oder im privaten Kreis – das kannst du entscheiden) und anschließend der Sarg im Grab beigesetzt.
  • Bei der Feuerbestattung gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Es wird zuerst eine Trauerfeier mit dem Sarg gemacht und die Urne im engsten Familienkreis beigesetzt.
    • Oder eine Trauerfeier mit der Urne und anschließend die Urnenbeisetzung gemacht

Der Bestatter sagt Ihnen, ab wann sie die Urne des Verstorbenen haben können.

 

Friedhofsverwaltung kontaktieren/aufsuchen

  • Auswahl des Grabes
  • Vorhandenes Familiengrab
  • Neues Familiengrab
  • Gibt es einen Kinderfriedhof für ein Kindergrab?
  • Urnengrab
  • Nutzung der Trauerhalle für die Aufbahrung des Verstorbenen

Gemeindeamt aufsuchen – das übernimmt in der Regel der Bestatter!

Die Ausstellung der Sterbeurkunde ist für die für Verlassenschaftsabhandlung, für Versicherungen, für Abmeldungen usw. erforderlich. Bitte halte folgende Dokumente des verstorbenen Kindes bereit:

  • Geburtsurkunde
  • Taufschein
  • Staatsbürgerschaftsnachweis

 

photo by pixabay.com

Wir helfen dir sehr gerne bei der Abwicklung all dieser Dinge! Nimm jederzeit Kontakt mit uns auf!

Eva

Eva ist die Gründerin und Vorsitzende des Vereins. Sie ist die Mama von unserem Engel Haylie welche am Tay-Sachs Syndrom litt und im April 2018 verstorben ist. Haylie war der Grund warum dieser Verein gegründet wurde und so wurde er in gewisser Weise zu ihrem Vermächtnis. Haylie war ein große Inspiration und wir werden sie nie vergessen.

Leave a Comment

Your email address will not be published.